Kulturtunnel
Vernetzung der freien Szene Kärnten & Steiermark
Mit der neuen Koralmbahn verkürzen sich nicht nur Pendelzeiten – es entstehen neue Verbindungen zwischen Regionen, Menschen und Ideen. Bereits davor war eine intensive und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Kulturszenen der Bundesländer spürbar. Aus Gesprächen entstand der klare Wunsch, den Austausch strukturell zu verankern. Denn was in anderen Wirtschaftssektoren längst selbstverständlich ist, braucht auch die freie Kulturarbeit: einen organisatorischen Rahmen für grenzüberschreitende Kooperationen, gemeinsame Entwicklung und langfristige Vernetzung. Mit dem Projekt „Kulturtunnel“ starteten die IG KiKK und die IG Kultur Steiermark im Herbst 2025 eine verstärkte Zusammenarbeit der freien Szenen in Kärnten/Koroška und der Steiermark/Štajerska.
Kunst und Kultur leisten einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung. Netzwerke wie der Kulturtunnel sind ein wichtiger Schritt, um diesen Beitrag sichtbar zu machen. Die Koralmbahn und das Projekt Kulturtunnel eröffnen damit nicht nur neue Wege der Mobilität, sondern auch der Zusammenarbeit. Sie stärken das Bewusstsein, dass Kulturarbeit ein zentraler Bestandteil gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklung ist. Vor allem angesichts von Rechtsruck und Kürzungen der Kulturfinanzierung muss sich die Kunst- und Kulturszene über Grenzen hinweg solidarisieren. Kultur ist das Rückgrat einer offenen Gesellschaft – sie hinterfragt, verbindet und gibt Raum für Multidimensionalität.

Auftakt: Fahrt #1 & Fahrt #2
Noch vor der Eröffnung des Koralmtunnels im Dezember 2025 organisierten die Interessensgemeinschaften aus Kärnten und der Steiermark die Veranstaltung Kulturtunnel: Fahrt #1 + Fahrt #2, bei der an zwei unterschiedlichen Tagen die beiden Städte Graz und Klagenfurt besucht wurden. Es war der Auftakt zu einem längerfristig angelegten Projekt, das über die beiden Landeshauptstädte hinausreichen und künftig auch die (neu entstehenden) Regionen miteinbeziehen wird.
An zwei Nachmittagen trafen sich Vertreter:innen der freien Szene in Graz/Gradec und Klagenfurt/Celovec, um sich besser kennenzulernen, Orte der freien Szene zu besuchen und neue Formen des Austauschs zu entwickeln. In Graz führte die Route zum <rotor> (Zentrum für zeitgenössische Kunst), Das andere Theater (kostenloses Probenhaus), Spektral (Freiraum für kreative Prozesse), SUb (selbstverwalteter Subkulturort) und Radio Helsinki (Freies Radio). In Klagenfurt/Celovec führte der Spaziergang vom Robert-Musil-Institut (Literaturforschung und -vermittlung), zur Villa For Forest (zeitgenössische, übergreifende und innovative Kunstformen), Ventil (konsumfreier Raum für Kultur und Gesellschaftspolitik), Urban Lab (Plattform für Jugendkultur), Lendhafen (öffentlicher Kulturort bespielt durch die lendhauer) und Hafenstadt (spartenübergreifendes Kellertheater).
Kulturtunnel – im Gespräch #1
In der September Ausgabe des Kulturradios der IG Kultur Steiermark hört ihr ein erstes Gespräch über Perspektiven, Herausforderungen und Möglichkeiten anlässlich des demnächst in Betrieb gehenden Koralmtunnels.
Kulturtunnel – im Gespräch #2
In der Oktober Ausgabe des Kulturradios der IG Kultur Steiermark hört ihr Mitschnitte von Diskussionen im Rahmen der ersten Kulturtunnel Veranstaltungen in Klagenfurt / Celovec und Graz.
Alles auf Schiene | Vse na tirih
In 41 Minuten von Graz/Gradec nach Klagenfurt/Celovec – die Koralmbahn wird es möglich machen. Die neue Verbindung zwischen der Steiermark/Štajerska und Kärnten/Koroška bietet auch für die Kulturszene große Chancen. Zusammenarbeit, Austausch und eine Vergrößerung des Publikums – all dies könnte die neue Zugstrecke mit sich bringen. Welche Gestaltungsmöglichkeiten sich daraus für die lokalen Kulturinitiativen ergeben, besprechen wir in der aktuellen Episode von KiKK OFF - za kulturo, der Radiosendung der IG KiKK.
Anschlussfahrten #3 & #4
Die Fortsetzung des Kulturtunnels wird in zwei Regionen entlang der Koralmbahn Halt machen: Am 27. April in St. Paul im Lavanttal und am 27. Mai in Deutschlandsberg.
In St. Paul steht die Frage im Mittelpunkt: Welche Rolle spielen Kunst und Kultur als Standortfaktor in der Regionalentwicklung – und welchen konkreten Herausforderungen begegnen Gemeinden dabei? Hierzu werden uns Raimund Grilc, Vorsitzender der Werner Berg Stiftung und Altbürgermeister der Stadt Bleiburg | Pliberk, und Gerlinde Schiestl-Reif, Koordinatorin des steirischen Prozesses der Kunst- und Kulturstrategie 2030, sowie Stefan Salzmann, Bürgermeister von St. Paul, Impulse für den Austausch geben. Die Organisation vor Ort unterstützt dankenswerterweise kultura:um, das Kulturnetzwerk Unterkärnten | Kulturno združenje Spodnja Koroška. Gemeinsam wollen wir Perspektiven austauschen, Erfahrungen bündeln und Impulse für eine nachhaltige Kulturpolitik im ländlichen Raum setzen. Ziel ist es, einen offenen Dialog zwischen Gemeinden und Kulturinitiativen zu ermöglichen und voneinander zu lernen.
Kulturtunnel Fahrt #3
27. April, 17:00 Uhr
St. Paul im Lavanttal, Rathaussaal
Anreise: Haltestelle: St.Paul im Lavanttal Ortsmitte (Lobisserplatz)
Vom Bahnhof St. Paul fahren in Abständen von 5-10 Minuten die "820er" Busse bis direkt vor das Rathaus St. Paul, (Haltestelle St.Paul im Lavanttal Ortsmitte (Lobisserplatz)).
Zugverbindungen:
ab Klagenfurt: 16:02 RJ 755
ab Graz: 16:03 RJ110
nach Graz: 20:22 ICE 211
nach Klagenfurt: 20:37 RJ 656 oder 21:11 S1
Anmeldung: Wir bitten um Anmeldung, da uns dies die Organisation erleichtert: mika.palmisano@igkikk.at
Kulturtunnel Fahrt #4
27. Mai, 17:30 Uhr
Theaterzentrum Deutschlandsberg (Untere Schmiedgasse 11, 8530 Deutschlandsberg)
Anreise: Haltestelle: Deutschlandsberg Stadt Bahnhof
von dort cirka 10 Minuten zu Fuß.
Zugverbindungen:
ab Graz: S 6 um 16:37 Uhr
ab Klagenfurt: RJ 755 und S6 um 16:02 Uhr
Anmeldung: per Email an karner.igkultur@mur.at
Die Kulturtunnel Fahrten stehen für Dialog, Kooperation und kulturpolitische Zukunftsarbeit über Landesgrenzen hinweg. Wir widmen uns den prägenden Fragen ländlicher Kulturarbeit: Generationenübergabe, Mobilität, Ehrenamt vs. Fair Pay und vieles Mehr.
Wir freuen uns auf zwei inspirierende Abende und auf zahlreiche engagierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Gemeinden und Kulturinitiativen.